Profil und Forschungcluster

Das Kompetenzzentrum für Geschlechterforschung in der Transformation führt die lange Tradition der Geschlechterforschung an der Universität Kassel weiter und bietet eine Plattform zur weiteren Institutionalisierung und Weiterentwicklung der Geschlechterforschung an der Universität Kassel. Es verfolgt dabei drei zentrale Querschnittsthemen: Wissen, Ordnungen und Kritik.

Die Geschlechterforschung an der Universität Kassel ist durch ihre interdisziplinäre, intersektionale und internationale Ausrichtung gekennzeichnet. Sie verbindet Perspektiven aus den Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften mit Ansätzen aus den Technik-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Die Forschung berücksichtigt Interdependenzen zwischen Geschlecht und weiteren sozialen Kategorien wie Klasse, Ethnizität, Sexualität oder Behinderung und setzt sich für eine transnationale Vernetzung wissenschaftlicher Kooperationen ein.

Das Kompetenzzentrum dient als Schnittstelle für Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Fachbereichen, fördert den junge Wissenschaftler*innen und trägt zur Sichtbarkeit der Geschlechterforschung innerhalb und außerhalb der Universität Kassel bei. Es stellt einen wichtigen Beitrag zur Analyse und Reflexion gesellschaftlicher Transformationsprozesse aus geschlechterwissenschaftlicher Perspektive dar.

Profil

Wissen: Das Kompetenzzentrum untersucht Geschlecht als Wissenskategorie und betrachtet sowohl individuelle als auch kollektive Wissensordnungen, die Geschlechterverhältnisse strukturieren und durch Geschlechterverhältnisse strukturiert werden. Dies umfasst sowohl kognitive Prozesse als auch soziale Strukturen und Diskurse, durch die Geschlecht konstruiert und reproduziert wird. Ziel ist es, interdisziplinär zu analysieren, wie Wissen über Geschlecht entsteht, vermittelt und verändert wird.

Ordnungen: Geschlecht ist tief in gesellschaftliche, politische, wirtschaftliche und rechtliche Ordnungen eingebettet. Das Kompetenzzentrum erforscht, wie Geschlecht als Strukturprinzip soziale und institutionelle Prozesse beeinflusst, stabilisiert oder transformiert. Dabei werden historische und gegenwartsbezogene Ordnungsbildungsprozesse analysiert, insbesondere im Hinblick auf ihre vergeschlechtlichten und vergeschlechtlichenden Mechanismen und normativen Wirkungen.

Kritik: Die Geschlechterforschung in Kassel verfolgt eine macht-, herrschafts- und ungleichheitskritische Perspektive. Sie untersucht nicht nur die Auswirkungen vergeschlechtlichter Strukturen, sondern reflektiert auch die eigene epistemologische Verfasstheit. Ziel ist es, gesellschaftliche Prozesse sichtbar zu machen, Deutungsmuster zu hinterfragen und emanzipatorische Perspektiven zu entwickeln.