Meldung

05.03.2018 12:55

Kein Wunder - Eine kurze Anmerkung zur Berichterstattung über den Semesterbeitrag

Wir starten mit einer kleinen Posse in die Woche, und zwar aus Hamburg. Versehentlich hat eine große deutsche Wochenzeitung in ihrem Newsletter von einer „wundersamen Geldvermehrung“ an der Uni Kassel geschrieben und damit den Semesterbeitrag zum kommenden Sommersemester gemeint. Um 82 Cent falle der zu hoch aus. Das stimmt. Dann aber verirrt sich der Autor (die Autorin?) in den Besonderheiten der Hochschul-Finanzen, die doch zumindest in diesem Fall so kompliziert gar nicht sind.

Zur Klarstellung: Die Höhe des Semesterbeitrages setzt nicht die Universität fest, das tut – wie andernorts auch – die „verfasste Studierendenschaft“. Der Betrag wird auf ein Konto der Universität überwiesen und dann (mit Ausnahme der hessenweit einheitlichen Verwaltungsgebühr) an den AStA weitergereicht, der verwendet das Geld bspw. für ein Leihfahrrad-System oder ein Kulturticket. Nun fällt der benötigte Betrag um 82 Cent niedriger aus als angesetzt. Die Studierenden haben sich aber nicht etwa verrechnet, sondern z.B. beim Fahrradverleih-System einen günstigeren Vertrag verhandelt. Jeder Studierende hatte die Möglichkeit, sich den Betrag zurückerstatten zu lassen. Man kann darüber diskutieren, ob der AStA das genug kommuniziert hat. Völlig korrekt aber, dass der AStA die Differenz nicht unter den Tisch fallen lässt. Der AStA wird, was er nun zu viel auf dem Konto hat, für Mobilität und Kultur einsetzen. Auch das völlig im Einklang mit dem Hochschulgesetz.

Dass „die Uni (!) 21.000 zusätzliche Euro im Säckel“ hätte – wie die Wochenzeitung schreibt – ist also barer Unsinn. Leider hat auch die Universität Kassel noch keinen Weg gefunden, per Wunder Geld zu vermehren. Unaufhaltsam hingegen vermehren sich Gerüchte.  red