2. Kasseler Klimaanpassungskonferenz - Anpassung gestalten und verwalten

Impression der Klimaanpassungskonferenz 2017

Impression der Klimaanpassungskonferenz 2017 im Ständehaus

Dr. Walter Lübcke, Regierungspräsidium Kassel: Grußwort

Dr. Paul Becker, Deutscher Wetterdienst: Globaler Klimawandel, regionale Auswirkungen - Wo stehen wir heute?

Andreas Vetter, Umweltbundesamt: Herausforderungen und Erfolgsfaktoren der Anpassung an den Klimawandel in Kommunen

Prof. Dr. Bernd Hansjürgens, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH: Ökonomische Bewertung zur Unterstützung kommunaler Klimaanpassung

Prof. Dr. Reiner Finkeldey, Universität Kassel: Die Rolle der Wissenschaft bei nachhaltigen Transformationsprozessen

Marktplatz der kommunalen Klimaanpassung

Maya Kothe, Stadt Saarbrücken: Praxisperspektive

Dr.-Ing. habil. Matthias Lerm, Stadt Jena: Praxisperspektive

Die Klimanapassungskonferenz 2017 im Ständehaus in Kassel

Marktplatz der kommunalen Klimaanpassung

Maya Kothe, Matthias Lerm und Tanja Busse (Moderation) im Podiumsgespräch: Praxisperspektive: Erfolgreiche Klimaanpassung trotz knapper Ressourcen

Impression der Klimanpassungskonferenz 2017 im Ständehaus

Lena Keul, Andreas Vetter und Tanja Busse (Moderation) im Podiumsgespräch: Bund, Land - sind wir auf dem richtigen Weg zur erfolgreichen Klimaanpassung?

 

 „Anpassung gestalten und verwalten“ ist eine notwendige und zugleich anspruchsvolle Herausforderung für die Kommunen. Während der 2. Kasseler Klimaanpassungskonferenz am 8. Februar 2017 stellten Referenten aus Wissenschaft und Praxis viele Facetten dieses Themas vor und diskutierten mit den rund 240 Gästen im Ständehaus. Diese hohe Resonanz auf das Thema zeigt, dass die Kommunen Klimaanpassung mehr denn je als Strategie für die zukünftige Entwicklung vor Ort auffassen. Sie offenbart aber auch, dass es im Bereich der Realisierung und Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen viele offene Fragen gibt.

Klimawandelherausforderungen zwischen Wissenschaft und Praxis

Das Vortragsprogramm zeigte Klimaanpassung als Querschnittsthema. Mit den vier Vorträgen wurde daher ein weiter Bogen über naturwissenschaftliche, (umwelt-)strategische, ökonomische sowie gesellschaftliche Aspekte geschlagen.
Herr Vizepräsident Dr. Paul Becker vom Deutschen Wetterdienst griff mit seinem Vortrag über die regionalen Auswirkungen des Klimawandels ein Problem auf, das viele Kommunen beschäftigt: Wie können allgemeine Informationen zu den Folgen des Wandels auf die regionale Ebene heruntergebrochen werden und (wie) sind mögliche Schadensausmaße – z. B. bei den Themen Hitzebelastung älterer Mitmenschen oder Unterhaltung von Verkehrsinfrastruktur – sowie die entstehenden Kosten abschätzbar?
Ein ökonomischer Zugriff auf die kommunale Klimaanpassung, die Multi-Kriterien-Analyse, wurde von Herr Prof. Dr. Bernd Hansjürgens vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung vorgestellt. Dieses Bewertungsverfahren kann, wie am Beispiel des Inselplatzes in Jena gezeigt, dazu beitragen, dass die Entscheidungsfindung bei Maßnahmen transparent und zugleich nach individuell angepassten Kriterien erfolgt.
Einfluss auf die Handlungsoptionen von Kommunen haben auch die Aktivitäten des Bundes und die wissenschaftliche Forschung über Klimawandel und Klimaanpassung.
Herr Andreas Vetter vom Umweltbundesamt (UBA) präsentierte Strategien, Aktionspläne und Fördermaßnahmen auf Bundesebene. Dabei richtete Herr Vetter seinen Fokus insbesondere auf die Aktivitäten des Kompetenzzentrums Klimafolgen und Anpassung des UBA, die von der Politikberatung über die Forschung und Informationsvermittlung bis hin zur Vernetzung von Akteuren reichen.
Herr Prof. Dr. Reiner Finkeldey, Präsident der Universität Kassel, erläuterte die Rolle der Wissenschaft in Anbetracht zentraler gesellschaftlicher Herausforderungen wie dem Klimawandel. Ein nachhaltiger Transformationsprozess erfordert sowohl Leistungen innerhalb einer Disziplin, ebenso aber auch die Fähigkeit zur inter- und transdisziplinären Zusammenarbeit.

Anpassung in der Praxis und aus der Sicht von Land und Bund

Einen Einblick in bereits realisierte Anpassungsmaßnahmen und deren Einbindung in das kommunale Verwaltungshandeln gaben Herr Dr.-Ing. habil. Matthias Lerm aus Jena und Frau Maya Kohte aus Saarbrücken im Podiumsgespräch. Durch die Vorstellung der individuellen Situation der beiden Kommunen wurde deutlich, dass Klimawandel und Klimaanpassung im Rahmen der Stadtentwicklung  zu ganz eigenständigen und integrierten Schwerpunktsetzungen führen. Gleichzeitig kann der Blick auf die Maßnahmen in einer anderen Kommune viele wertvolle Impulse und Ideen für das eigene Handeln – trotz knapper Ressourcen – geben.   
Der Aspekt der Förderung von Maßnahmen durch Land und Bund wurde in der finalen Podiumsrunde  vertiefend diskutiert. Frau Lena Keul vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz stellte den aktuellen Stand der Entwicklung des Integrierten Klimaschutz- und Anpassungsplans des Landes Hessen sowie Förderprogramme zur Unterstützung kommunaler Klimaschutz und –anpassungsmaßnahmen vor. In der Diskussion mit Herr Vetter wurden gegenseitige Forderungen ebenso benannt wie die Bereiche, in denen Zusammenarbeit zwischen Bund und Land gut gelingt. Die Diskussionsbeiträge aus dem Publikum zeigten, dass für viele Kommunen ein Bedarf an weiterführenden Informationen über Fördermöglichkeiten besteht.

Vernetzung und Information

Auf dem Marktplatz „Kommunale Klimaanpassung“  konnten sich die Teilnehmer über beispielhafte Projekte und Aktivitäten zur Klimaanpassung informieren und austauschen. Zu den Ausstellern gehörten u. a. das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie, die Universität Kassel, Hessenforst, das Regionalmanagement Nordhessen, die Ruhr-Universität Bochum, das Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz sowie die Stadt Kassel.

Die 2. Kasseler Klimaanpassungskonferenz, veranstaltet durch das Kompetenzzentrum für Klimaschutz und Klimaanpassung (CliMA), das Regierungspräsidium Kassel und das Regionalmanagement Nordhessen, konnte über aktuelle Erkenntnisse und Aktivitäten im Bereich der Klimaanpassung informieren. Die Diskussion von kommunalen Herausforderungen ermöglicht neue Impulse und Kontakte für weitere Projekte und Maßnahmen. Somit wurden die Voraussetzungen für Klimaanpassung in der Region Kassel weiter verbessert.

 

 

 


Falls Sie Interesse an den Vortragsfolien bestimmter Referenten haben, schreiben Sie bitte eine mail an clima@uni-kassel.de