Aktuelles

20.03.2017 16:14

Das Projektstudium „Lehre für eine nachhaltige Universität Kassel“

Seit dem SS 2012 wird an der Universität Kassel das Projektstudium „Lehre für eine nachhaltige Universität“, mit dem Ziel die Nachhaltigkeit der Universität zu verbessern, angeboten.

Durch die aktive Beteiligung und Einbeziehung der Studierenden in die Entwicklung des hochschulinternen Umweltschutzes, wird Studierenden Umweltbewusstsein und Sensibilisierung für nachhaltiges Handeln und den Umgang mit Ressourcen vermittelt. Durch die Kombination von Theorie und Praxis werden die Studierenden darüber hinaus optimal auf die Herausforderungen des Berufslebens vorbereitet. Die Projektstudienangebote werden im Bereich der additiven Schlüsselkompetenzen angeboten und können fachübergreifend in allen Studiengängen angerechnet werden. Zudem ist eine Anrechnung des Projektstudiums für das Zertifikatsprogramm UmweltWissen des Graduiertenzentrums für Umweltforschung und -lehre und das Umweltrechtzertifikat möglich.


Folgende Projekte werden im SS 2017 neu angeboten, bzw. fortgesetzt:

„Soziologie Global“, von Prof. Dr. Tanja Bogusz (FB 05), Jonas A. Müller (FB 06), in Kooperation mit Prof. Dr. Stefanie Hennecke (FB 06), (Fortsetzung aus dem WS 2016/17)

Im ersten Semester wurden die Studierenden in die Theorien der Globalisierung und der sozialökologischen Nachhaltigkeit eingeführt. Es wurden Untergruppen gebildet, die sich mit spezifischen Fragestellungen zur gegenwärtigen Raumnutzung, dem Spannungsfeld von Denkmalschutz und ökol. Nachhaltigkeit und mit globalen Stoffkreisläufen auseinandergesetzt haben. Ziel des Projekts im SS 2017 ist die Erforschung der Situation der Freiflächen auf dem Uni-Campus nördlich der neuen Mensa und die Entwicklung eines ökologisch nachhaltigen Zwischennutzungskonzepts. Das Projekt sieht im SS 2017 eine Erhebung der Bedingungen für ein solches Nutzungskonzepts vor. Die Forschungsergebnisse sollen anschließend visualisiert werden und beim Campusfest am 29.06.17, sowie beim Soziologischen Rundgang im „Raum für urbane Experimente“ am 18.07.17 präsentiert werden.

 „Sun Skins II - Adaptives Sonnenschutzsystem mit solaraktiven Flächen“, von Prof. Frank Stepper (FB 06), Dipl.-Ing. M. Arch. Timo Carl (FB 06), in Kooperation mit Dr. Markus Schein (Kunsthochschule), (Fortsetzung aus dem WS 2016/17)

Gegenstand des Projektstudiums Sun-Skins I im WS 2016/17 war Konzeption, Entwurf und Entwicklung von zwei unterschiedlichen adaptiven Sonnenschutzsystemen mit solaraktiven Flächen. Nach dem Motto: Wo viel Fläche für die Verschattung einer Gebäudehülle oder -struktur aufgewendet wird, kann diese Fläche auch für die Gewinnung von elektrischer Energie verwendet werden kann. Es sind dabei prototypisch zwei kinetische Ansätze für entstanden, welche sich auf unterschiedliche Gebäudegeometrien anwenden lassen. Im Sommersemester 2017 soll ein funktionsfähiger Prototyp umgesetzt werden, welcher sowohl einen Beitrag zur Verbesserung der Energieeffizienz für Bestandsgebäuden der Universität Kassel leisten, als auch zur universitätseigenen Stromerzeugung auf Basis von erneuerbaren Energien beitragen könnte.

„Bürgerenergie – ein Modell für die Nachhaltige Universität“, von Dr. Kristina Bayer (FB 05), in Kooperation mit Dipl.-Ing. Harald Wersich (FB 16), (Fortsetzung aus dem SS 2016 und WS 2016/17)

Bürgerenergiegenossenschaften sind seit 10 Jahren die Hauptträger der Energiewende in Deutschland. Angesichts wechselnder Rahmenbedingungen und zunehmender Komplexität der Geschäftsfelder stehen die Akteure vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Dazu zählen insbesondere die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, die Professionalisierung des ehrenamtlichen Managements sowie das Schaffen von Akzeptanz für die genossenschaftliche Unternehmensform. Das Projekt führt im Dialog mit Praxispartnern aus der Region in die Grundzüge des Genossenschaftswesens sowie der Energiepolitik ein. Hierbei steht der Gedanke der ökonomischen Partizipation im Vordergrund. Ziel des interdisziplinären Projektseminars ist die Entwicklung einer gemeinsamen Projektskizze, die die Nachhaltige Entwicklung der Universität Kassel fördert. Ideen der Studierenden werden weitmöglich aufgegriffen. Die Erarbeitung erfolgt vor dem jeweiligen fachlichen Hintergrund der Studierenden unter Verwendung von Methoden der angewandten Nachhaltigkeitsforschung.

„Umdenken/Umschwenken - Rückschau und Vorschau, heutige Relevanz“, von Dr. Karl-Heinz Simon, in Kooperation mit Hartmut Hübner, (Neuangebot im SS 2017)

In der zweiten Hälfte der 1970er war eine Wanderausstellung „Umdenken/Umschwenken“ auch in Deutschland, u.a. in Kassel (1976) unterwegs. Die Themen, die seinerzeit behandelt wurden, können unter dem Untertitel „Alternative, Wegweiser aus den Zwängen der großtechnischen Zivilisation“ zusammengefasst werden und repräsentieren ein Spektrum von Konzepten, die für die Umweltbewegung von grundsätzlicher Bedeutung waren. Im Projekt soll, u.a. mit dem Ziel eine Tagung mit Interessierten in Kassel vorzubereiten, der Frage nachgegangen werden, wie sich die technischen Konzepte im Transformationsprozess verändert haben und insbesondere ob die sozialen Aspekte heute noch hinreichend berücksichtigt werden.

„Die Universität Kassel als nachhaltige Investorin“, von Prof. Dr. Christian Klein (FB 07), M. Sc. Tobias Bauckloh (FB 07),  (Neuangebot im SS 2017)

Berücksichtigung von ökologischen und sozialen Aspekten bei der Auswahl der Finanzdienstleister und Finanzprodukte im Anlageprozess der Universität Kassel:

  • Recherche zum Status Quo der Berücksichtigung nachhaltiger Kriterien im Anlageprozess und Divestment an Universitäten (und öffentlichen Einrichtungen) in Europa und im angelsächsischen Raum
  • Erhebung des Status Quo an der Uni Kassel
  • Einladung/Fachgespräche mit externen Experten
  • Erarbeitung von Strategien und Handlungsempfehlungen für die Universität Kassel. Ziel ist die Erarbeitung eines Konzeptes zur Integration von Nachhaltigkeitskriterien im Anlageprozess der Universität.

Ziel des Projekts ist es u.a., dass die Uni Kassel als nachhaltige Investorin die ökologische und soziale Performance ihres Portfolios verringert und u.a. ihren CO2-Fußabdruck verbessert.

 

Kontakt:

Dipl.-Ing. Nadine Chrubasik
Büro für Umweltprofilentwicklung
umwelt@uni-kassel.de